Das Konzept von care4future

Ein innovatives Konzept zur regionalen Nachwuchskräftesicherung in den Pflegeberufen

Als Folge der demografischen Entwicklung wird in der Pflegebranche zunehmend die Frage zu Methoden der nachhaltigen Gewinnung motivierter Pflegenachwuchskräfte laut. Nicht nur Pflegeeinrichtungen, sondern auch Berufsfachschulen sehen sich verstärkt mit dieser Herausforderung konfrontiert, die nicht zuletzt auch dem schlechten Image der Pflegeberufe geschuldet ist. Studien zufolge zählen SchülerInnen, Pflegeberufe – allen voran die Altenpflege – zu den „Out-Berufen“. Ausschlaggebend hierfür ist oft ein Mangel an Information, vor allem in der Berufsorientierungsphase.

care4future-schueler-fuer-pflege-begeistern

Das KonzeptDas BesondereDie Erfolge

Schülerinnen und Schüler für die Pflege begeistern

Um genau diesem Trend entgegenzuwirken und Jugendlichen in der Phase der Berufswahl, die oft von den Branchen Handwerk und Industrie dominiert wird, Einblicke in die Berufe der Pflege und Gesundheit zu geben wurde das Projekt care4future – SchülerInnen für die Pflege begeistern ins Leben gerufen. care4future ist der Titel eines innovativen Projektes zur Gewinnung von Pflegenachwuchskräften auf regionaler Ebene. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bis 2013 geförderte Projekt ist Teil der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und zeigt einen Weg auf, wie junge Menschen auf interessante und authentische Art mit dem Pflegeberuf in einen positiven Kontakt gebracht werden. In regionalen Netzwerken kooperieren hierzu Unternehmen der Pflegebranche mit allgemeinbildenden Schulen, Berufsfachschulen und weiteren Partnern vor Ort. Gemeinsam entwickeln die Partner bis zu einjährige Kurse zur Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen. Ziel ist es, SchülerInnen einen motivierenden Einblick in die Branche zu ermöglichen, Grundkenntnisse der Pflege zu vermitteln und sie über die Pflege als Wachstumsbranche mit sicheren Arbeitsplätzen zu informieren.

Um einen möglichst authentischen Einblick in die Pflegetätigkeit zu gewähren, basiert der „care4future“ Kurs auf dem Konzept des Peer-Learning, d. h. Azubis als Botschafter der Pflege schlüpfen in die Rolle der Dozenten und vermitteln Praxiswissen. So ist eine praxisnahe Berufsorientierung durch ein lernen auf „Augenhöhe“ garantiert. Auch beim Höhepunkt des Kurses, einem 14-tägigem Praktikum in einer Pflegeeinrichtung werden die SchülerInnen von den Azubis als Mentoren begleitet. Die Auszubildenden erwerben in ihrer Tätigkeit als Dozenten wichtige didaktische Kompetenzen und erweitern ihre „Soft Skills“ und können natürlich auch so ihr bereits erlerntes Wissen vertiefen. Aufbau und Schwerpunktsetzung des Kurses bestimmen die Netzwerkakteure, wobei integraler Bestandteil des Curriculums Vorbereitungs-, Praktikums- und Reflexionsphase sind. Neben der regionalen Ausgestaltung des Curriculums, besteht in Hinblick auf die generalistische Ausbildung auch die Möglichkeit einer Kooperation zwischen Kranken- und Altenpflege.
care4future – im Rahmen der INQA Initiative entstanden und bis 2013 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert, wurde von der contec GmbH, der Unternehmensberatung in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements entwickelt und mit regionalen Partnern gemeinsam umgesetzt. In der ersten Projektphase 2011 gelang es, mit Hilfe des beispielgebenden Netzwerkes Papenburg den Ansatz zur Nachwuchsgewinnung weiterzuentwickeln und für andere Regionen nutzbar zu machen. Drei Pilotnetzwerke in Wuppertal, Kropp (Schleswig-Holstein) und Magdeburg wurden unter Begleitung der contec GmbH gegründet. 2012 kam es zur erfolgreichen Implementierung des care4future-Kurses an den Schulen. Bis 2016 konnten insgesamt 16 Netzwerke bundesweit aufgebaut werden. 2011 wurde care4future mit dem niedersächsischen Pflegepreis ausgezeichnet und 2013 für den renommierten schleswig-holsteinischen Altenpflegepreis nominiert.