Aktuelles Bad Neuenahr-Ahrweiler Netzwerke Rheinland-Pfalz Sinzig

Auszubildende ermöglichten interessierten Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in den Pflegeberuf

Die angehenden Altenpflegehelfer der BBS des Landkreises Ahrweiler machten das Netzwerkprojekt Care4Future lebendig. Im Rahmen der durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) geförderten Maßnahme zur „Nachwuchssicherung in der Pflege II“ vermittelten sie Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule und der Erich-Kästner-Realschule Plus praktische Pflegetätigkeiten im Peer-to-Peer-Format.  

BAD NEUENAHR. Fragen zur Zukunft der Pflege haben zurzeit einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Der Pflegenotstand aufgrund des demographischen Wandels hat die Neugestaltung der Pflegeausbildung in Deutschland im Zuge eines umfassenden Reformprozesses zur Folge: Die Ausbildung soll „generalisiert“ werden. In Zukunft werden Altenpfleger/innen sowie Kranken- und Kinderpfleger/innen nicht mehr getrennt ausgebildet. Neben den bisherigen Berufszweigen wird es Pflegefachmänner und Pflegefachfrauen geben, die in den unterschiedlichen pflegerischen Berufsfeldern eingesetzt werden. Im Zuge dessen erhofft man sich auch eine steigende Anzahl von Menschen, die sich für eine Pflegeausbildung entscheiden. Hierfür gilt es, trotz schwieriger und umstrittener politischer und gesellschaftlicher Diskussionen zur Pflege für das Berufsbild zu begeistern.

Im Rahmen des Netzwerkprojekts „Care4Future“ möchte dies die Berufsbildende Schule zusammen mit ihren Kooperationspartnern, dem Johanniter Haus Sinzig gGmbH-Franziskushaus, dem Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler, dem DRK Kreisverband Ahrweiler e.V. und der Erich-Kästner-Realschule Plus, realisieren. Im Rahmen einer Pflege-AG lernen Schülerinnen und Schüler das Berufsbild kennen.

Ein Nachmittag von Schülern für Schüler   

Wer kann am besten schüler- und praxisnah vom Alltag eines Pflegeschülers berichten als die Auszubildenden selbst? Mit dieser Idee starteten die angehenden Altenpflegehelfer/innen der Fachschule Altenpflege zusammen mit ihren projektbetreuenden Lehrerkräften die Vorbereitungen. Hierbei wurden die Auszubildenden selbst zu Experten und erklärten interessierten Schülern an verschiedenen Stationen eingängige Praxistätigkeiten zu den Themen Hygiene und Herz-Kreislauf (Peer-to-Peer). Zusätzlich informierten sie über die Rahmenbedingungen der Pflegeausbildung in Schule und Betrieb aus ihrer eigenen Perspektive.

Pflegeberuf: (K)eine einfache Wahl?      

Die neue Expertenrolle war für die Auszubildenden ungewohnt. Schließlich mussten sie nun selbst Rede und Antwort auf die neugierigen Fragen der jungen Schülerinnen und Schüler stehen. „Es war für mich zu Beginn eine Herausforderung herauszufinden, wie ich die Schüler motivieren kann“, berichtete der Pflegeschüler Daniel Hobelsberger. Schließlich mussten sich die Auszubildenden hierfür intensiv damit auseinandersetzen, warum sie selbst diese Berufswahl getroffen haben. Die meisten waren sich einig: Der große gesellschaftliche Beitrag und das enge Vertrauensverhältnis zu den Patienten begeistert. „Man hilft, aber man bekommt auch etwas dafür zurück“, so die Auszubildende Anna-Lena Marienfeld.

Die Auszubildenden präsentierten sich den Gästen und Lehrkräften stolz in ihrer weißen Dienstkleidung.

Fortsetzung folgt

In einer gemeinsamen Abschlussrunde sprachen die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule und der Realschule Plus ihren Dank für das Engagement der angehenden Altenpfleghelfer aus. Eine weitere Teilnahme an ausgewählten Terminen im zweiten Halbjahr sagten die Gäste sicher zu. Frau Krüger und Herr Lügger dankten den Gästen für ihre engagierte Teilnahme am Peer-to-Peer-Nachmittag über ihre Unterrichtszeit hinaus.

Auch die Rektorin Doris Stutz von der Erich-  Kästner-Realschule Plus zeigte sich begeistert: „Die Rückmeldungen meiner Schülerinnen und Schüler waren überwältigend. Eine sehr gelungene Veranstaltung und ein Highlight im Care4Future-Angebot.“

Herr Schwarz freute sich über die Motivation der Auszubildenden: „In jedem Beruf gibt es Herausforderungen und Umstände, denen man begegnen muss. Natürlich hat das Berufsbild Pflege zusätzlich eine große gesellschaftliche Relevanz. Diesen Druck spüren auch die Auszubildenden. Begeistern kann man neuen Nachwuchs jedoch nur, wenn Pflegende sich darauf fokussieren, welche Aspekte einen Menschen zum Helfen und Pflegen motivieren.“

Im neuen Sommerhalbjahr haben alle kooperierenden Einrichtungen erneut ein vielfältiges Curriculum zusammengestellt. An verschiedenen Terminen erhalten die Schülerinnen und Schüler weitere spannende Einblicke in die verschiedenen Versorgungssysteme der Pflege.

Related Posts