Aktuelles Itzehoe Schleswig-Holstein

Starke Partner für die Zukunft der Pflege in Itzehoe

Pflege gestern und heute. Wie lebt man mit Einschränkungen und Behinderungen? Was machen Roboter im Seniorenheim? Diese und mehr Fragen sind Themen der neuen AG an der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld in Itzehoe 

„care4future – Pflege ist Zukunft“ ist das Motto, unter dem sich ein aktives Netzwerk zur Nachwuchssicherung in der Pflege in Itzehoe gegründet hat. In der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe GmbH trafen sich am Dienstag Vertreter/innen aller Netzwerkakteure um eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zu unterschreiben. Ziel der Zusammenarbeit ist die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft an der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld, in der Schüler/innen der achten und neunten Jahrgangsstufe an die Pflegeberufe herangeführt werden sollen. Doris Büttner eröffnet als Gastgeberin die Veranstaltung und sieht neben der Nachwuchsgewinnung auch die Wertschöpfung für den Beruf Pflege als großen Vorteil. Frau Krüger-Barkowski, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule, sieht großes Potential in dem Angebot, vor allem, da es als freiwillige Nachmittagsaktivität sofort voll belegt war. Für die Zukunft kann sie sich sogar die Implementierung eines Wahlpflichtkurses im regulären Unterrichtsgeschehen vorstellen.  

Die AG wird von Auszubildenden der Akademie und der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegeschule am Klinikum Itzehoe als Dozenten/-innen unterstützt. Die Schulleitungen beider Schulen wollen zeigen, dass Pflege auch eine schöne Seite hat und den Schülern/-innen die Chance geben, ihre Erfahrungen in einem geschützten Raum zu sammeln. Das Klinikum Itzehoe ermöglicht den Teilnehmern/-innen der AG in dem hauseigenen Simulationszentrum die theoretischen Inhalte praktisch zu erproben. Auch Michael Müller, Pflegedirektor des Klinikums, betont die Wichtigkeit, in der Pflege neue Wege zur Nachwuchsgewinnung zu gehen. 

Die Schüler/innen sollen in der AG einen möglichst großen Überblick über die Pflegeberufe und die sich ergebenden Möglichkeiten bekommen. Pflege ist Zukunft mit einer langen Vergangenheit. Die Tracht der Krankenschwester von damals beweist dies eindrucksvoll, wie Birte Vehlow von der DRK-Schwesternschaft Ostpreußen e.V. weiß. Neben der Berufsorientierung möchte sie den Schülern/-innen auch diese Eindrücke mit auf den Weg geben. Ines Kröhnke vom Cläre-Schmidt-Senioren-Zentrum bestätigt, dass es viele Wege in die Pflege gibt und die Tätigkeiten breit gefächert sind.  

Als besonderer Partner im Netzwerk zeigt sich die Malteser Hilfsdienst gGmbH. Neben fachlicher Expertise bieten sie für die Schüler/innen der AG einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs an. Yvonne Steffen erklärt, wie wichtig es ist, dass Erste-Hilfe in der breiten Bevölkerung bekannt ist und dass diese AG einen Beitrag dazu leisten kann. Schulleiter Schwarz von der Akademie bekräftigt dies ebenfalls. 

Das Konzept hinter dem Projekt stellt Malike Gümrükcü, Netzwerkbegleiterin care4future und Beraterin der contec GmbH den Anwesenden kurz vor. Initiiert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren starteten zu Beginn des Jahres die Vorbereitungen für insgesamt vier Netzwerke in Schleswig-Holstein. Die Idee, regionale Netzwerke mit Partnern/-innen von Pflegeschulen, Unternehmen der Pflegebranche und allgemeinbildenden Schulen zu gründen, hat sich in über 50 care4future-Netzwerken bundesweit bewährt. Nachdem bereits vor einigen Jahren ein Modellprojekt in Niebüll startete, rief das Ministerium nun das Landesprojekt „care4future – Schüler/innen für die Pflege begeistern“ ins Leben.  

In den vergangenen Monaten wurde mit großem Engagement geplant und ein Curriculum ausgetüftelt, so können sich die Schüler/innen nun auf vielfältige Eindrücke und Erfahrungen freuen. Praktische Selbsterfahrung steht genauso auf dem Plan, wie Plätzchen backen mit Senioren/-innen und grundständige Pflegehandgriffe. Ein wichtiger Punkt ist hierbei für alle Partner/innen, dass die Schüler/innen den Zusammenhang zu ihrer eigenen Lebenswelt herstellen. 

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